Namenstempel – 도장

Trotz der modernen digitalen Zeit gibt es in Korea einen „analogen“ Gegenstand, der angeblich seit mehreren tausend Jahren bis heute noch weit verbreitet ist: der Namenstempel – 도장 (dojang).

Nicht nur der Staat, Behörden oder Firmen, sondern auch Privatpersonen besitzen meistens einen Namenstempel. Der Stempel wird häufig statt Unterschrift bei Banktransaktionen, von Konto öffnen, Kreditkarte beantragen bis Immobilien kaufen, eingesetzt. Im „Mein Korea-Tagebuch: Zwei verrückte Jahre in Seoul“ berichtete der Author Baldur Zinnes auch von seinen Erfahrungen, dass die koreanische Bank keine Vollmacht akzeptierte, wie in Deutschland, sondern nur seinen Namenstempel. Deshalb tragen viele Koreaner ihren heute noch bei sich.

Für Koreaner zeigt ein Namenstempel gleichzeitig die Identität und den Status des Besitzes. Reiche oder hochrangige Personen lassen ihren Stempel aus teurem hochwertigen Materialien (Jade, Gold oder Silber) mit speziellem Stempelkopf herstellen. Normale Leute haben Stempel aus Stein, Holz oder mittlerweile auch aus Kunststoff. Manche tragen ihren Stempel auch als ein Amulett, um Schlechtes zu vermeiden.

Am Wochenende habe ich in dem Kurs für „Koreanischen Stempel selbst machen“ vieles darüber gelernt und auch meinen koreanischen Namenstempel aus Stein selbst graviert.

Was man alles hierfür braucht: einen Stein, einen Halter, ein Graviermesser, ein Handschuh, Papier und einen Stift. Und natürlich auch jemanden, der dir die Technik zeigt.

Man erstellt zuerst auf Papier den ersten Designentwurf. Der Name auf dem Stempel soll in Koreanisch in den vier Rechtecken von oben nach unten und von rechts nach links geschrieben. Das Design wird dann mit Hilfe eines Transparentpapiers verkehrt rum auf der Steinoberfläche nachgemalt. Nun wird der Stein festgemacht und nach und nach mit dem Messer eingraviert.




Nach zwei Stunden harter Arbeit sieht mein Ergebnis so aus:

Nicht schlecht für den 1. Versuch, oder? Ich spürte danach meine Hand nicht mehr, trotzdem war ich zufrieden. Ich finde, dieser Namenstempel passt recht gut zu mir: er ist einfach, direkt und hart, hat hier und da Macken, versteckt aber hinter sich viel Arbeit.

Vielen Dank an Seoul Global Cultural Center für die tolle Veranstaltung!

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5 Antworten auf „Namenstempel – 도장“

      1. Hallo Mai!
        Ich bin ja so neugierig geworden seitdem ich dieses Tablet bekommen habe. Ratz fatz sitze ich am Computer und gebe http://www.MydaysinKorea.com ein und schon lese ich einen neuen Betrag von dir. Es ist erstaumlich was du so alles kannst. Ich bewundere dich in deinen Fähigkeiten, Natürlichkeit und einmaligem Liebreitz. Du bist eine Bereicherung für diese Welt.
        Christa

  1. Hallo mai, mit interesse lese ich deine berichte. Den stempel hast du klasse beschrieben. Es ist bewundernswert was du alles kannst. Fuer mich bist du eine bereicherung fudr diese welt.
    Gruss christa

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