Templestay – ein einmaliges Erlebnis in Korea

Der Buddhismus kam auf die koreanische Halbinsel in dem 4. Jahrhundert, damals aus China in den Goruryeo Königreich. Seitdem entwickelt er sich in eigene Form weiter und wird heute noch von ca. 30% der Bevölkerung praktiziert. Deshalb kann man hier im Lande noch zahlreiche wunderschöne Tempel, beeindruckende Buddha Statuen und -kunstwerke finden, sowie an vielen interessanten buddhistischen Veranstaltungen teilnehmen. Weißt du, dass man darüber hinaus das Leben im Tempel selbst erleben kann? Das sogenannte „Templestay“-Programm macht das möglich. Das ist eine einzigartige kulturelle, traditionelle und religiöse Erfahrung, die man nur in Korea erleben kann.

Was ist „Templestay“?

Haedong Yonggung Temple, Busan, Templestay
Haedong Yonggung Temple, Gijang-gun, Busan

Ursprünglich war Templestay nur eine Übergangslösung für die Knappheit von Übernachtungsmöglichkeiten während des Fußball World Cup 2002. Allerdings war die positive Resonanz danach so hoch, dass das Programm seitdem beibehalten wurde. Es bietet nun jedem, der sich für die Koreanische Kultur, Tradition und den Buddhismus interessiert, nicht nur ein Bett, sondern auch die Möglichkeit, das Leben im Tempel hautnah zu erleben. Egal ob Koreaner oder Ausländer, religiös oder nichtreligiös, weiblich oder männlich, alleine oder als Gruppe, alle können am Templestay bei ca. 40 verschiedenen Tempeln Korea weit teilnehmen.

Eine Umfrage von der Koreanischen Stiftung für buddhistische Kultur im Jahr 2019 und 2020 hat gezeigt, dass ausländische Besucher das Templestay hauptsächlich aus ihrem Interesse an die Koreanische Tradition und Kultur wählten. Währenddessen suchen Koreaner die Buddhistischen Tempel aus, hauptsächlich um den Alltag zu entkommen und sich zu entspannen.

Was bringt ein Templestay mit sich?

Bei einem einfachen Tempelbesuch sieht man die schöne Architektur, bewundert die Einrichtung und wird vielleicht beeindruckt von der Atmosphäre. Bei einem Templestay erlebt man erst richtig die Koreanische Kultur, Tradition und ihre Weise, den Buddhismus zu praktizieren.

Es fängt mit den Kleidungen an. Als Templestay-Teilnehmer trägt man die ganze Zeit eine einfache Tempeluniform. Diese ist ein Zeichen dafür, dass man zu diesem Tempel gehört.

Als nächstes wird man in das Leben im Tempel eingeführt. Wie ist der Buddhismus in Korea entstanden? Wann wurde das Tempel aufgebaut und welche interessante Geschichte hat es? Welche Tagesabläufe solltest du in einem Koreanischen Tempel kennen? Wann finden welche Zeremonien statt? Wie begrüßt du einen Mönch? Was ist ein „full bow“? All diese bekommen die Templestay-besucher gezeigt, damit sie es gleich im Nachgang praktizieren können. Allein durch das Atmosphäre in so einer heiligen Umgebung wie im Tempel können Gäste sich gut abschalten und vom Alltag erholen.

Entspannung, Templestay
Vom Alltag erholen und den Buddhismus erleben

Raum für Selbstreflexion wird ebenfalls angeboten. Darüber hinaus werden mit Templestay zahlreiche interessante kulturelle, traditionelle und Buddhistische Erlebnisse angeboten, u.A. Teezeremonie, Meditation, Laternen basteln, Templefood (vegan) kochen, Wandern, Kampfkunst, und vieles mehr.

Temple food – das vegane Essen, das alle Buddhistische Praktizierende zu sich nehmen, gehört ebenfalls zu den Highlights beim Templestay. Die Zutaten stammen meistens sogar von dem Tempelgarten selbst. Hier werden Besucher ebenfalls lernen, dass Essen auch ein Weg zur Erleuchtung bedeutet. Und zwar, wenn man jeden Löffel langsam mit vollem Respekt und Dankbarkeit genießt.

Zu guter Letzt dürfen Übernachtungsgäste nicht nur in einem traditionellen Hanok schlafen, sondern auch die Tempelanlage und ihre heilige Atmosphäre (fast für sich alleine) im Dunkel bewundern.  

Naksansa, Templestay
Ein Spaziergang in der Dämerung

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht über mein Templestay bei Naksansa findest du unter diesem Link.

Wie machst du eine Reservierung für Templestay?

Auf der Homepage vom Templestay (verfügbar in Englisch und Koreanisch) sind alle Tempel aufgelistet, die ein Templestay Korea weit anbieten. Interessierende können direkt hier Programme in mehr als 40 Tempeln mit verschiedenen Längen und Fokusthemen einfach finden und reservieren.

Boriam, Namhae, Templestay
Boriam Hermitage in Namhae mit wunderschönem Blick zum Südsee

Ein paar nützliche Tipps

Wenn du dich für die koreanische Tradition, Kultur und den Buddhismus interessierst oder nicht viel Zeit hast, empfehle ich dir einen Tagestrip bzw. zweitägige Tour mit Kulturprogramm vom Templestay. Wenn du jedoch etwas Buddhismus praktizieren oder einfach mehr Zeit für dich selbst nehmen möchtest, gönne dir auch die Zeit und bleib länger.

Viele nützliche Infos und sehr gute Unterstützung bekommst du direkt vom Templestay-Office, allerdings alles (nur) auf Englisch oder Koreanisch.

Die Wohnviertel für Übernachtungsgäste sind normalerweise nach Geschlechtern getrennt. Außerdem sind die Schafzimmer meistens in traditionellen Hanok-Stil, d.h. man schläft auf dem Boden auf einer sehr dünnen Matratze.

Denk an eine Kamera, die nicht am Handy ist. Denn du musst dein Handy hier abgeben. Und für einen Aufenthalt mit Übernachtung, nimm dir ein paar Bücher bwz. was zu schreiben mit, um dein Gedanken festzuhalten.

Koreanisches Tempel ist sehr beeindruckend

Weißt du, dass Templestay Programm von seinen ausländischen Gästen in Bezug auf ihre Zufriedenheit mit einer Punktzahl von mehr als 90 von 100 bewertet wurde? Mehr Infos findest du hier.

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